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Grenzen vom Stützstrumpf

Presseberichte

Grenzen des Stützstrumpfs
VON WOLFRAM GOERTZ - zuletzt aktualisiert: 02.06.2009 - 02:30
Eine neue Studie zeigt, dass Kompressionsstrümpfe bei Patienten nach Schlaganfall Thrombosen kaum verhindern. Trotzdem werden sie nach Operationen weiterhin Pflicht bei der Thrombose-Prophylaxe sein.
Düsseldorf. Hart zwickte einen diese Nachricht erst ins Bein und erregte dann Juckreiz am Hinterkopf: Kann es sein, dass die seit Jahrhunderten gebräuchlichen Thrombosestrümpfe überflüssig sind? Dass sie mitnichten vor Thrombosen und Embolien schützen, den häufigen Folgen etwa nach Schlaganfall?
Eine neue Studie im Journal "Lancet" hatte 2518 Teilnehmer in 64 Krankenhäusern in England, Italien und Australien analysiert, die dort nach einem Schlaganfall behandelt wurden; die eine Hälfte von ihnen trug die klinisch üblichen Kompressionsstrümpfe, die andere trug sie nicht. In beiden Gruppen traten zur Verwunderung der Studienleiter hinterher annähernd gleich viele Thrombosen auf; der Vorteil der Strümpfe lag bei hauchzarten 0,5 Prozent. Dafür hatten deren Träger häufig Blasen und Geschwüre auf der Haut.
Könnte sein, sagt Martin Dennis von der Universität Edinburgh, der die in Lancet publizierte Studie leitete, dass die bisherige Praxis zur Vorbeugung gegen Thrombosen überdacht werden müsse. Bislang zwängt man Patienten standardmäßig in Kompressionsstrümpfe, um die Bildung von Blutpfropfen, den so genannten Thromben, in den Beinvenen zu verhindern; sie können sich dort nämlich lösen und über das Herz in die Lunge gelangen, wo sie als Verursacher gefährlicher, nicht selten tödlicher Embolien auftreten. Der gleichmäßige Druck aus den traditionell als störend und unschön geltenden, schwierig zu besteigenden Strümpfen soll diese Ablagerungen verhindern helfen, indem der Blutfluss in den Venen gleichmäßig hoch gehalten wird und das Blut sich erst gar nicht ablagern kann.
Die Edinburgher Studie scheint spektakulär, aber sie darf nicht zu falschen Schlüssen verleiten. Die Patienten waren unbeweglich, sie hatten keine Möglichkeit, die Blutzirkulation mit Beinmuskelarbeit anzukurbeln – das indes können Patienten nach einer Operation in der Regel schon, mit oder ohne Kompressionsstrümpfe. "Die aktive Wadenmuskulatur ist gleichsam der Motor für den Bluttransport in den schlaffen Venen", sagt der Gefäßmediziner Christoph Ploenes, Chefarzt am Düsseldorfer Dominikus-Krankenhaus. Ihn überrascht das Ergebnis der Studie gar nicht so sehr: "Die in der Thrombose-Prophylaxe verwendeten Strümpfe wirken in der Regel mit einem relativ geringen Druck von maximal 20 mmHg auf die Haut und das Unterhautgewebe ein. Dieser Druck ist aus theoretisch-experimentellen Überlegungen nachweislich so gering, dass der Effekt auf den Venenfluss ausbleibt, wenn die Muskelpumpe völlig ausfällt."
Tatsächlich gibt es ähnliche Studien, die beim Nutzen von Kompressionsstrümpfen zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Sie beschäftigten sich mit der Frage, ob man im Jet bei langer Flugdauer Thrombosestrümpfe anziehen solle oder nicht. Die Universität von Virginia fand 2007 bei einer Analyse mehrerer Studien heraus, dass Urlauber mit mindestens einem Risikofaktor für Thrombosen bei Flügen über sechs Stunden Dauer entweder Kompressionsstrümpfe tragen oder niedermolekulares Heparin spritzen sollten. Zu diesen Risikofaktoren zählen Gerinnungsstörungen, Übergewicht, Flüssigkeitsmangel und die Einnahme der Anti-Baby-Pille.
Das Ergebnis einer Studie der Ruhr-Universität Bochum tutet beinahe kurios ins Horn. Sie hatte 10 189 "medizinische Zwischenfälle" an Bord zweier Fluggesellschaften analysiert; Thrombosen wurden nur in 47 Fällen aktenkundig. Vielleicht hinkt die Studie rein statistisch: Die Folgen von Beinvenenthrombosen treten häufig erst auf, wenn die Passagiere den Jet längst wieder verlassen haben; sie standen also der Auswertung gar nicht mehr zu Verfügung. Andererseits haben einige medienträchtige Fälle tödlich verlaufener Thrombosen an Bord die Reisenden sensibilisiert; viele achten jetzt auf Bewegung an Bord. Und nicht wenige Ärzte registrierten zu Hochzeiten der Thrombosefurcht staunend die ängstliche Frage ihrer Patienten, ob sie an einer Gerinnungstörung (wie der Faktor-V-Leiden-Mutation) litten.
Gefäßmediziner Ploenes hält es für verfrüht, aus der Edinburgher Studie eine grundsätzliche Ablehnung der Kompression als Prinzip der Thrombose-Prophylaxe abzuleiten. Die Studie zeige die begrenzte Bedeutung der Kompressionsstrümpfe im Vergleich zu anderen vorbeugenden Maßnahmen. Ploenes: "Sehr viel wichtiger ist die Frühmobilisation, also dass die Patienten ihre Beinmuskeln aktivieren – unabhängig davon, welche Medikamente sie zur Prophylaxe außerdem noch nehmen."
Keineswegs strittig ist die Kompressionstherapie, die nach einer ausgedehnten Thrombose zur Vermeidung von venös bedingten Hautschäden einsetzen muss. Zur Verhinderung des "offenes Beines" ist der Kompressionsstrumpf "weiterhin unentbehrlich", bestätigt Ploenes.
Quelle: Rheinische Post

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